Bericht 2

Bericht 2 vom 03.01.2004 (überarbeitet 02/07)

Fortsetzung unserer Reihe:
Original und Kopie
von historischen Emaille-Feuerversicherungsschildern.

In der ersten Abteilung stellten wir die verschiedenen Gruppen vor:

a) Kopien
b) Neuauflagen
c) Neuere Schilder ab 1945
d) Ganz neue Schilder
e) Fälschungen

und erstmals
f) Mini-Schilder

Die Pos. e) Fälschungen unseres Sammelgebietes betreffend haben wir wegen der absoluten Dringlichkeit natürlich etwas vorgezogen und zuerst bearbeitet. Trotz der vielen Anfragen interessierter Leser können wir in diesem Forum natürlich nicht auf die markanten Unterschiede zwischen dem Original und der Fälschung eingehen. Die Fälscher lernen sehr schnell und würden diese Hinweise natürlich sofort umsetzen. Daher wollen wir nur intern unseren Vereinsmitgliedern diese feinen Unterschiede mitteilen. Wer Näheres über die Feinheiten der gefälschten Schilder haben möchte, sollte sich doch mal mit den Kollegen im Verein unterhalten oder sich an unseren Schilder -Fachmann wenden. (siehe Vereinsspitze)
Anbei jedoch noch eine Nahaufnahme der Herstellerbezeichnung auf der Grenzmark- Fälschung, da viele unserer Leser es einfach nicht glauben können, eine so dreiste Fälschung vor sich zu haben.
Siehe Bildausschnitt A - Vergrößereung durch linke Maustaste



Wir wollen uns einem weitaus freundlicheren Thema widmen. Das Thema lautet

a) Kopien


Aber auch hier lauern für den ungeübten Sammler erhebliche, weil teure Gefahren!

Die Gefahr lauert meist im Verwechseln. Viele der neuen alten Schilder sind eigentlich sehr gut gemacht. Rein vom ersten Blick sind sie fast nicht zu unterscheiden. Aber beim genaueren Hinsehen und Hinfühlen sieht und merkt man doch einige Unterschiede.
So z.B. ist das Gewicht des Schildes meist (aber nicht immer!) nicht so hoch wie das der alten Schilder. Es ist meist spürbar leichter. Weiterhin sind die neuen Schilder kaum „bombiert“, d.h. gewölbt. Das Blech musste früher stärker gewölbt werden, um Spannungsrisse in der Emaille beim Brennvorgang zu vermeiden, da die Temperaturen in den Brennöfen eben Gott sei Dank noch nicht computergesteuert waren. Manchmal war die Wölbung an den Schraublöchern aufgehoben, das Blech war dort gerade, um schön an der Befestigungswand anzuliegen. Eine raffinierte Finte gegenüber den heutigen Nachahmern! Die aufgetragene Emailleschicht kann ebenfalls sehr dünn ausfallen, kleinstes Anstoßen kann schon einen Abplatzer hervorrufen. Bei den alten Schildern ist meist ein deutlich spürbares Relief der Schrift oder des Wappens oder ähnliches zu bemerken. Man spürt ganz deutlich die Emaille, wenn sie schön „dick und fett“ aufgetragen ist. Bei einigen Altschildern ist die Schrift oder das Motiv extrem dick aufgetragen, man spricht dann vom „Zuckerguss“.
Die Rückseite der neueren Schilder ist im Gegensatz zu den alten absolut glatt. Eine in der Regel dunkle oder weiße Grundfarbe ist gleichmäßig aufgetragen. Lediglich meist vier kleinere Unebenheiten zieren die Rückseite, das sind die Punkte, die vom Ablegen des Schildes zum Brennen herrühren. Sonst nichts!
Die Uraltschilder haben oftmals auf der Rückseite bunte Farbabstriche und Farbkleckse der verwendeten Emaillefarben. Das ist die sogen. Affenmalerei. Sieht sehr schön aus!
(siehe Foto C)

Foto C - Rückseite eines alten Schildes 



Manchmal hat der „Emailleur“ auch seine persönliche Visitenkarte hinterlassen, manchmal auch irgendwelche Nummern, Buchstaben, Streifen oder ähnliches. Wenn es ganz wild ist nennt man das Affenmalerei! Und wenn dann auf den alten Teilen noch ein Klebezettel zur ordentlichen Anbringung der Emailltafel vorhanden ist hat man Glück. Aber das war mal.
Tja, und dann die Farben, wahrscheinlich neuerdings auch computergesteuert gemixt und aufgetragen. Die sehen bei neueren Schildern meist entweder wie Bonbonfarben oder schlicht blass aus. Und schließlich die Herstellerangabe, die fehlt meist. Weshalb, ist nicht genau bekannt. Man traut sich nicht so recht. Ist auch gut so. Es ist auch nicht so wichtig.

Allen interessierten Leuten an diesen schönen Versicherungs-Schildern, die ebenso mindestens ähnliche Biographien haben wie die ach so berühmten Casanova, Weiße Dame, Milkas, Dapol ,Tell und ähnlichen Super-Novas der Werbeplakatindustrie möchten wir zum besseren Verständnis unserer Schilderhistorie und unserer Info-Serien das Standardwerk „ Deutsche Feuerversicherungs-Schilder“ von William L. Evenden anheim stellen. Dieses Werk stellt wirklich in historisch-sachlicher Form die Geschichte der Feuerversicherungsschilder in Europa und speziell in Deutschland dar. Allein in Deutschland gibt es ca. 1800 verschiedene Feuerversicherungsschilder! Ausgestattet mit vielen Abbildungen der hier beschriebenen Schilder und deren historischem Hintergrund. Geradezu ein „MUSS“, wenn jemand in dieses Sammelgebiet einsteigen möchte. (siehe Foto B )

DAS Feuerversicherungsfachbuch! Der "Evenden", unentbehrliches Nachschlagewerk.



Da die Sammler wirklich sammeln kommt es natürlich laufend vor, dass irgendjemand ein vorher völlig unbekanntes Schild findet. Diese Schilder werden gelistet und in Nachträgen publiziert. Diese Nachträge gibt es zurzeit nur im Verein. Schon deshalb ist es von Vorteil, Mitglied im Verein zu sein. Hier kann man auch einen Überblick über die Häufigkeit von seltenen Schildern erhalten.
Siehe Bericht 7.

Hier Details von Original und Kopie

1) Original-Schild Berlinische Feuerversicherung, Ev. 18 Q, hier vom Hersteller Rhenania Emaillierwerke Düsseldorf, ca. 1932 bis 1945 verwendet. Bei diesem Schild ist die dunkelblaue Schrift und das Emblem deutlich sicht- und fühlbar hervorgehoben. Das Schild ist gewölbt, wobei im Bereich der Anschraublöcher die Wölbung aufgehoben ist Die Rückseite ist relativ glatt, jedoch sehr ungleichmäßig und fleckig.
Achtung: ein gleiches Schild wurde Auftragsgemäß von Unionwerke Radebeul, von Boos & Hahn und Gottfried Dichanz, Berlin hergestellt, hier ist die Schrift nicht so erhaben dargestellt wie von Rhenania. Auch die Farbintensivität ist deutlich schwächer. Aber mit Herstellerangabe!


 

Evenden 18Q

1A) - Kopie von 1
Dieses Schild ist dem Vorbild exakt nachempfunden! Wunderbar weiße und gleichmäßige Oberfläche. Das Schild ist ebenmäßig ganz gleichmäßig gewölbt. Absolut ohne Makel. Allerdings ist die Farbe eher blass, die Schrift im Siebdruck aufgebracht und daher ohne jegliches Relief, die Rückseite ist makellos schwarz und natürlich ohne Herstellerangabe.
Da die Berlinische Feuer seit 1987 faktisch nicht mehr besteht und sie daher auch keinen Auftrag zur Herstellung eines neuen Schildes gegeben haben kann handelt es sich hierbei rechtlich eigentlich um eine glatte Fälschung!


 

Kopie

2) Original-Schild Feuerzozietät der Provinz Brandenburg, Ev. 44 J, Hersteller Gottfried Dichanz, Berlin SO 36 mit seinem Markenzeichen Ursus-Email, verwendet ca. 1935 bis 1945. Geradezu eines der schönsten und stilistisch reinsten Feuerversicherungsschilder. Auch wenn das Erscheinungsjahr und der Stil eine etwas unrühmliche Zeit deutscher Geschichte einleitete,--es sieht eben sehr ausdrucksvoll aus. Mit etwas Glück kann man auch heute noch ab und zu ein guterhaltenes Exemplar an der Hauswand sehen.
Das Schild ist gleichmäßig gewölbt mit abgerundeten Ecken. Sehr schön fett emailliert, sehr deutliches Relief der Schrift und des Wappens. Eigenartiger Weise gibt es dünne und leichte sowie auch dicke und schwere Schilder von diesem Emailleschild. Die Rückseite ist meist fast gleichmäßig emailliert, jedoch mit starken Streifen und randseitigen dicken Farb-Variationen
( Klecksen, Verdickungen, je nach Emailleur sehr unterschiedlich)


 

Evenden 44J

2A) - die Kopie von 2
Das Schild sieht von einiger Entfernung genau wie das Original aus! Es ist schon fast beängstigend! Bei näherer Betrachtung ebbt die Begeisterung sehr stark ab!
Das Schild ist natürlich auch sehr schön gleichmäßig gewölbt, auch ist der Ansatz eines Reliefs der Schrift (nicht des Wappens) zu verspüren. Man hat sich echt Mühe gegeben. Bei der dicke der Emaillierung hört die Begeisterung dann ganz auf. Kleinste Dellen zeigen auf, dass die Emailleschicht hauchdünn ist. Im Bereich der Befestigungslöcher ist der schwarze Randbogen nicht exakt um das Loch herum geführt, es sieht irgendwie schlampig aus. Nicht besser sieht es auf der Rückseite aus: eine ebene graue Fläche mit Spuren von weißer Farbe aus der automatischen Spritzanlage. Sieht technisch cool aus. Auch die spitzen Ecken des Schildes tragen nicht zur Harmonie des Gesamtbildes bei. Insgesamt ein Versuch,---aber das war‘ s dann auch. Wer dieses Schild an die Hauswand hängt wird bald merken, dass es rostet!
Auch hier wird noch geprüft, ob es ein Auftrag der Feuersozietät zur Herstellung des Schildes war oder nicht. Wenn nicht ist es eine Fälschung.


 

Kopie

3) Original-Schild der „Hessische Brandversicherungs-Anstalt“ Ev.73 A ! Für Sammler dieser Art ein wohl gelungenes Exemplar alter Emaillierkunst. Sachlich, ausdrucksstark, klare Linienführung, mit dem Wappen des Kurfürstentums Hessen. Insgesamt ein tolles Schild. Das Schild ist gewölbt und lithographiert, ohne jeden Schnörkel, es ist natürlich kein Relief zu verspüren. Bezeichnet ist es mit winzigen Buchstaben: C.Rob.Dold, Offenburg i.Bd. und ganz links mit dem Markenzeichen Ferro-Email. Rückseitig ebenfalls ohne weitere Schnörkel, es fällt die sehr unregelmäßige Emaillierung auf, teilweise ist die Kupfergrundierung des Schildes zu erkennen. Randseitig sind starke weiße Emaillewülste vorhanden. Wer Glück hat findet den berühmten Zettel zum Montieren. Das Schild ist uralt, aber wahrscheinlich deshalb eben sehr schön anzusehen. Man glaubt es nicht, aber dieses Schild wurde seit 1926 in der Hessischen Region verwendet! Es kommt noch härter: dieses Schild wurde in seiner Urform sogar weit nach dem 2.WKrieg verwendet, die Restbestände wurden bis in die 70er Jahre verwendet und an die Hauswände montiert. Das nennt man recht so. Toll, diese Hessen. Weiter so ?


 

3A) - die Kopie von 3
Leider, leider nein, es scheinen den Hessen die tollen Originale ausgegangen zu sein.
Seit 1987 hat die Gesellschaft von diesem herrlichen Schild eine (?) Kopie herstellen lassen. Und zwar in einer Auflage von angeblich 2000 Stück! Wer das man glaubt. Dieses Schild dürfte die Ausführung ohne Hersteller sein, sie ist soweit auch ganz gut gelungen. Wir wissen außer dieser angeblichen Kopie von mindestens 5 weiteren und sehr verschiedenen Ausführungen (Fälschungen), mit dickem, breitem, dünnen, ohne Rand und was noch mehr. Alle mehr oder weniger blass. Die Rückseiten wie vor beschrieben; aalglatt. Siehe Fotos!

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4) Original-Schild der „ Provinzial-Feuer-Versicherungsanstalt“ Mir liegt hier das Schild mit der Ev.Nr. 113O vor. Dieses Schild wurde zwischen 1920 und 1926 verwendet. Ein super-schönes Schild, recht selten. Die anderen „Brüder“ sind so ähnlich. Mit einem tollen Motiv mit Adler. Dieses Schild ist in einer guten Erhaltung eigentlich megaselten! Und trotzdem gibt es dieses Schild bei ebay jeden Tag neu! Und billig!
Na klar, es wird den Leuten suggeriert, dass es jede Menge von diesen Schildern gibt! Ja, die gibt es ja auch! Aber eben nicht die originalen alten Dinger. Den Interessenten wird was vorgemacht und keiner erklärt es Ihnen!
Also, das echte alte Schild ist hauchdünn! Schon mal stark. Es ist extrem stark gewölbt! Von der Grundfläche zur höchsten Wölbung immerhin ca. 2 cm, das ist schon was. Die Emaille ist ebenfalls recht dünn, na klar, im Ausgabejahr 1920 musste an allen Enden und Ecken gespart werden, also auch an der Emaille für diese Reklameschilder! Meist ist auch das Grün im Wappen nicht mehr so frisch. Auch rückseitig sieht man den Sparkurs; dünnste Emaille mit Emailleschlieren, aber ganz dünn. Teilweise etwas dickere weiße Emaille am Rand, insgesamt aber so dünn, sodass reichliche Emailleablösungen vorkommen. Und das bedeutet Rost. Ist aber doch klar, - wenn diese Teile so dünn und empfindlich gebaut waren, dann sind sie auch schnell in den Unbilden dieser und der darauffolgenden Zeiten kaputt gegangen. Es gibt von diesem Schild mehrere Varianten. Ein echtes Schild dieses Typs in sehr guter Erhaltung sein Eigen zu nennen bedeutet schon Glück.


 

Evenden 113O

4A) - Kopie von 4
Man kann es kaum glauben: uralte Feuerversicherungsschilder aus den 20er Jahren werden bei einschlägigen Auktionshäusern für einen Apfel und ein Ei angeboten. Ach, eigentlich für noch weniger. Die Teile gehen ab 3,--Euro aufwärts raus, geradezu Schnäppchen für Sachignoranten. Fragt man dann mal höflich an, ob es sich hierbei um Originale handelt, bekommt man die freundliche Auskunft, man weiß dass nicht so genau, könnte sein, aber auch nicht und man weiß im übrigen überhaupt gar nichts. Die Schildchen sehen eigentlich ganz gut aus, sind stabiler als die Originale, sehen aber eben aus wie frisch aus dem Klonladen. Rückseite wie gehabt: glatt wie ein Kinderpopo. Sie eignen sich daher sehr gut zum Anhängen an die eigene Hauswand, sofern man eine hat. Oder eben als schönes Belegexemplar für die eigene Sammlungswand.


 

Kopie

5) Original „ Provinzial Feuer-Societät Mir liegt hier das Schild Ev.Nr. 150 L vor, welches ich nachfolgend beschreiben möchte. Ein sehr schönes Rittermotiv im Stil der 20er Jahre. Tatsächlich wurde dieses Schild in den Jahren 1921 bis 1935 verwendet. Ein ähnliches, aber moderneres Schild wurde bis 1945 verwendet.(Ev.150 M) Das ist das Schild mit dem Z in Provinzial. In unserem Fall handelt es sich also um ein Uraltschild aus den 20ern. Das Schild ist gewölbt, lediglich in der graphischen Darstellung des Ritters und im roten Pferdewappen ist eine merkliche Reliefabhebung zu spüren. Die Abbildung der linken Fahne stellt den Preußischen Adlers in der Ausführung ab 1921 dar. Die Rückseite dieses Schildes ist schon die Erwähnung wert. Das Schild ist übersät mit gelben Randwülsten und vielen weißen Emailleflecken. (siehe Foto C) Es soll auch Exemplare geben, die auf der Rückseite fast ebenso bunt sind wie auf der Vorderseite. Das wäre dann Glück. Ansonsten ist das Schild sehr plastisch, das Umdruck-Rasterverfahren beginnt erst um 1935 um sich zu greifen. Leider oder Gott sei Dank erst dann. Auch von diesem Typ gibt es einige Varianten.


 

Evenden 150L

5A) - Kopie von 5 „ Provinzial Feuer- Societät “, hier allerdings mit dem Königlich Preußischen Adler und einem makellosen Finish. Der rosarote Fahnenträger lässt grüßen. Auch sonst alles sehr schön bonbonfarbig. Rückseitig natürlich feinstes schwarzes Finish. Überhaupt ein super gestyltes Teil. Na ja, wer kein echtes hat kann sich dieses Teil ja erst mal an die Hauswand nageln. Ist OK so. Wenn es kaputt geht oder geklaut wird,--ist es nicht so tragisch.


 



6) Original „Schleswig- Holsteinische- Landesbrandkasse“
Ein sehr seltener Klassiker unter den Feuerversicherungsschildern, Ev. Nr. 127 C. Ein mega-seltenes Teil, verwendet zwischen 1930 und 1945. Sattes Email, klassische, recht starke Wölbung, dezenter schwarzer Rand, schönes Motiv, welches aber meist durch die Sonne extrem stark verblasst ist. Meist ist auch im Bereich der Schraublöcher die Emaille abgeplatzt. In freier Wildbahn nicht mehr zu finden!


 

Evenden 127C

6A) - Kopie von 6. Eine sehr blasse und eigenartigerweise auch sehr seltene Kopie des Schleswig-Holsteinischen. Das Schild hat eine fast nur leicht angedeutete Wölbung. Die Bonbon-Farben des Motivs sind etwas störend, auch der dezente schwarze Rand wie beim Original fehlt. Die Rückseite ist wie schon mehrfach beschrieben glatt wir ein Kinderpopo.
Verwendung wie beschrieben.


 

Kopie

7) Original „Stuttgarter Verein“, Ev. 137 A. Ein extrem seltenes, kleines und zartes Versicherungsschild. Es ist das einzige Schild dieser Versicherung und wurde nur kurze Zeit zwischen 1924 und 1927 verwendet, daher auch diese absolute Seltenheit. Ein kleines gewölbtes Schild mit satten Farben, Herstellerbezeichnung ist ganz winzig am unteren Rand eingetragen mit: C.R.Dold, Offenburg i.B. Rückseitig grau emailliert mit grauen und gelben Farbschlieren und Abstrichen.


 

7A) - Kopie von 7 Hier wurde einmal richtig gut kopiert. (Foto rechts) 1987 erschien eine Kopie dieses Schildes auf dem Markt. Dies ist insgesamt sehr gut gelungen, wenn auch alle vorher beschrieben Merkmale der modernen Schilder hier zutreffen. Als markantesten Unterschied ist aber nur die fehlende Herstellerbezeichnung hervor zu heben. Insgesamt eine gelungene Kopie. Diese Kopie kann man sich getrost an die Sammlerwand hängen, da ein echtes Teil inzwischen fast unerschwinglich geworden ist.
Es kommt aber erschwerend hinzu, dass auch die Kopie inzwischen selten geworden ist.
ACHTUNG!! Inzwischen sind auch Kopien dieses Schildes mit einem schwarzen Rand in verschiedenen Ausführungen aufgetaucht. (Siehe nachfolgende Fotos!) Auch die Wölbung ist kaum noch wahr zu nehmen. Aber auch hier muss gesagt werden, dass es sich eigentlich um Fälschungen handelt. Der Stuttgarter Verein wurde schon 1927 von der Allianz übernommen. Und die hat seither niemals einen Auftrag zur Neuauflage dieses Schildes erteilt!


 

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8) Original „Städtische Feuersozietät von Berlin“, Ev. 43 D. Auch hier ein klassisches Versicherungsschild aus den Jahren 1935 bis 1945. Diese Schilder wurden im Stadtgebiet von Groß-Berlin verwendet. Bis vor einem Jahrzehnt konnte man sie noch reichlich an den Häusern sehen, inzwischen sind sie sozusagen ausgestorben. Und wenn noch eines gefunden wird, ist dessen Erhaltungszustand beklagenswert. Das Schild ist von Haus aus relativ dünn, und das Stadtwappen von Berlin ist mit einer dunkelroten Umrandung und Mauerkrone versehen. Diese Umrandung und Krone ist aufgedruckt und in der Regel von der Sonne ausgeblichen. Es gibt dieses Schild mit spitzen und abgerundeten Ecken. Die Herstellerbezeichnung ist: Emaillierwerk Gottfried Dichanz mit seinem Markenzeichen: Ursus-Email. Die Rückseite ist oftmals grau, etwas scheckig mit weißen Emailleklecksen.


 

Evenden 43D

8A) - Kopie von 8. Seit kurzer Zeit auf dem Markt, eine schöne Kopie des vorbeschrieben Schildes. Angeblich sind nur wenige Stücke vorhanden. Leider auch hier sehr dünnes Emaille, die Schrift ist nicht so fein, die kleinen Striche an den Buchstabenenden sind eher etwas fetter und holperig, die Schraublochumrandung ist unsauber und nicht zentriert. Sieht schlampig aus. Die Farbe der roten Krone und Umrandung ist wieder mal Bonbonfarben und nicht dem Original entsprechend. Das Schild ist gleichmäßig gewölbt mit spitzen Ecken. Die Rückseite standardmäßig perfekt. Insgesamt ein schöner Blickfang, für Sammler jedoch eben nur eine Kopie.


 

Kopie



9) Original „Schleswig-Holsteinische adelige Brandgilde“. Dieses Schild wurde einleitend schon einmal kurz vorgestellt. Da es sich aber um ein wirklich schönes und rares Schild handelt sei es hier nochmals erwähnt. Es hat die Ev.Nr. 126 A. Es handelt sich hier um eine der ältesten Versicherungen überhaupt. Gegründet wurde sie 1691!!! Das Originalschild stammt aus der Zeit von 1920 bis 1938, es sind jedoch nur ein paar Original- Exemplare bekannt.


 

Evenden 126A

9A) - Kopie von 9.
1984 hat diese Gesellschaft das Schild in einer Auflage von 100 Stück in einer sehr guten Qualität Reproduziert. Es ist gewölbt, wiegt 300 gr. Wunderbares dunkles Kobaltblau mit leicht erhabener weißer Schrift und Krone. Schlichter weißer Rand, dieser ist etwas breiter als beim Original. Dieses schöne Schild ist inzwischen auch sehr selten.


 

Kopie

10) Original „Braunschweigische öffentliche Mobiliarversicherungsgesellschaft“, Ev. 23 C,
verwendet von 1930 bis 1940. Sehr schönes weißes Schild, klassisch gewölbt mit schwarzer Umrandung. Herstellerbezeichnung: DÜWEL, BRSCHWG. Es existieren auch Varianten.


 

Evenden 23C

10A) - Kopie von 10.
Im Jahre 1988 hat diese Gesellschaft oder wer auch immer eine Kopie dieses Schildes in einer Auflage von 5000 Stück herausgebracht. Es können aber auch nur 500 gewesen sein. Dieses Schild ist ohne Hersteller und gelistet im 5. Nachtrag unter 23 G.
Die Qualität ist wie bei allen Kopien: schön glatt!


 

Kopie



11) Original“ Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt“, ebenfalls schon mal kurz vorgestellt. Gewölbtes Schild, 21,5x14.5 cm, mit dem Staatspappen von Lippe, leicht erhabene Schrift und Rosenmotiv. Verwendet wurde es in der Zeit 1924 bis 1945. Es sind nur wenige Original-Exemplare bekannt.


 

Evenden 85A

11A) - Kopie von 11.
Die Anstalt ließ im Jahre1986 in einer Auflage von 500 Stück (?) eine Kopie dieses Schildes herstellen mit fast gleichen Maßen, das Schild ist jedoch weniger gewölbt, die Farben sind bunter und die Schrift ist nicht erhaben.


 

Kopie

12)und 13) „Dresdner Feuer-Versicherung“ . Das bekannte grüne Schild. Beim Original ist zu bemerken, dass die Schrift tiefer liegt als die Umgebungsemaille. Es liegen zwei Varianten vor, die immer noch nicht exakt eingruppiert werden können. Beide haben die Maße 12 x 16 cm, eines hat einen weißen Rand (40 X) das andere einen schwarzen Rand (40Y) Eine Herstellerbezeichnung fehlt. Bei der 40 X handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Kopie, beim 40 Y ist das nicht ganz sicher.
Rein rechtlich gesehen handelt es sich bei allen bisher aufgetauchten Kopien, sofern es nicht unbekannte alte Originale sind, um glatte Fälschungen! Denn die Dresdner wurden 1950 von der Gothaer übernommen, und die hat keinen Auftrag zu einer Neuauflage erteilt. Also?
Die Fachleute sind noch am beraten!?!

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Ein echtes grünes Dresdner, hier mit der Herstellerbezeichnung Union-Werke AG, Radebeul-Dresden. Es gibt auch "echte" Schilder ohne diese Herstellerbezeichnung.


 

Dresdner, das echte!



14) Original , Danziger Feuersozietät, 27 B, ein Klassiker unter den Versicherungsschildern. Schöne dicke Emailschicht und tolles Layout. Rechts unten mit Hersteller: Emaillierwerk Segor, Danzig-L. Guterhaltene Schilder haben meist noch Messingösen in den Schraublöchern.


 

14 A ) Kopie von 14, aber extrem blass, flach und ohne Relief.
Außerdem ist es ca. 4 mm breiter als das Original! Keine Ösen, natürlich kein Hersteller, trotzdem eine Alternative.


 



15) Windmühlen-Versich.-Verein in Ummendorf, Ev 185 A. Sehr seltenes Schild, stark gewölbt, fast Zugergußartig emailliert. Achtung! Verwechselungsgefahr !!


 

15 A) Kopie von 15. Ähnliches Schild, jedoch flacher und anderes Schriftbild. Da es sehr selten ist könnte man es ohne einen Vergleich mit einem Original verwechseln!!! Besser ganz genau hinschauen!


 



f ) Die MINIS kommen !
Aufgrund aktueller Geschehnisse hier noch ein spezieller Beitrag über sogenannte Feuerversicherungsschilder. Für unsere ebay- Freaks zur ganz besonderen Kenntnis:
Angeboten werden zur Zeit ( 2005) verstärkt solche Schilder:

14) Land-Feuer-Sozietät der Provinz Brandenburg, ein absolutes Highlight der Versicherungsschilder .


 

Mini-Schild

15) Allianz Berlin, in grün, ein Hammer-Mega-Teil. Sogar mit Zuckerguss-Emaille!


 

Mini-Schild

16) Allianz, schwarz, der Klassiker unter den Schildern überhaupt . Aber nicht dieses Teil!


 

Mini-Schild

Tolle Sache, das mit den billigen Schildern bei ebay! Da wird ein sehr seltenes Land Feuer-Sozietät Emaille-Schild zu einem Schnäppchen-Preis angeboten. Und ein Allianz Berlin in grün ebenfalls. Und in schwarz auch noch ! Und ein Gladbacher, ein richtiger Deutscher Atlas und und und. Und das konnte man zuvor überhaupt nur in einer Sammlung erwerben, aber wer hat schon das Geld für eine Sammlung?
Die Maßangaben stehen ja immer da. Und exakt sind sie auch, diese Angaben, da kann man gar nicht meckern.
Leider könnte so ein eifriger, meist Jung-Sammler oder auch ein interessierter Neueinsteiger mal übersehen, dass die Maße wirklich echt sind. Man muss es hier einmal ganz deutlich sagen:
Es werden hier Fotos von sehr seltenen Feuerversicherungsschildern bei ebay eingestellt und auch manchmal so dargestellt, dass der Eindruck entstehen könnte, (sicherlich unbeabsichtigt) es handelte sich hier um echte Hausschilder!

DEM IST NICHT SO !

Es sind Miniaturschilder !

Die größten dieser Mini-Teile sind nur ca. 5,5 X 8,2 cm groß, ein Original-Hausschild dagegen ca.17 X 25 cm (verglichen mit Ev. 9 J Allianz , schwarz)
Die Anbieter dieser Schilder geben zwar meist die genauen Maße der Schilder an, vermeiden es aber, weitere Angaben zu den Schildern zu machen. Im Gegenteil, sie geben an, dass es sich um Superalte, seltene Schilder handelt, die zuvor nur in Sammlungen zu erwerben waren. Mit letzterem haben sie absolut Recht! Manchmal wird auch schon mal angegeben: Miniaturschild und ähnlich. Immerhin!
Denn diese Metallplättchen mit Emaille-Aufdruck und natürlich ohne Schraublöcher wurden einmal von einer Fernsehzeitschrift in den 80er Jahren in Auftrag gegeben und hergestellt. Wie früher mal die Zigarettenbildchen. Treue Abonnenten konnten dann diese Schildchen erwerben. Diese Serie umfasste drei Setzkästen. Die Schildchen wurden dann in die einzelnen Kästchen eingeklebt und die Setzkästen an die Wand gehängt. Sicherlich eine recht schöne und teure Angelegenheit. Und eine gänzlich andere Sammelidee, die aber mit dem Sammeln historischer Schilder absolut nichts gemeinsam hat.
Auf unseren Vereins-Sammlertagen wurden diese Schilder sehr preiswert als Mitbringsel für die Lieben daheimgebliebenen verkauft. Wenn jetzt Leute für diese Stücke 80,-€ und mehr bezahlen muss es sich wirklich um richtige Sammler handeln. Oder um absolute Raritäten. Es kann sich aber auch um ein versehen handeln.
Also aufgepasst beim kaufen!
Im übrigen ging das
(14) mini Land-Feuersozietät für 51,--€ das
(15) mini Allianz grün für 84,--€ und das
(16) mini Allianz schwarz für 44,50 € beim Auktionshaus ebay über den Verkaufstisch ! (Stand 2005)
Wer also echte Hausschilder sucht, die wirklich mal an einer Wand hingen, sollte
bitte genau auf die Maße der angebotenen Schilder achten!

Im Zweifel beim Verkäufer rückfragen !


Als Vergleich noch ein Foto (17) mit einem Originalschild und einem dieser Miniaturen
und ein Größenvergleich Mini-Schild und 1 € Foto(18)

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Abschließend für heute:
Wir betrachten diese Informationen als Hilfestellung für nicht so geübte Schildersammler sowie für neue Interessenten und Neueinsteiger in dieses interessante Hobby. Die alten “Sammlerhasen“ werden sicherlich bei einigen Passagen nur schmunzeln, wissen sie doch ganz genau wie der Haase läuft.
Diese Zusammenstellung könnte noch beliebig erweitert werden. Es ist aber prinzipiell immer dasselbe: es wird gekupfert was das Zeug hält. Und für wen? Und wofür? Und für warum? Und keiner weiß genau wer kupfert! Und vor allem nicht wie viel?

Dies waren die zurzeit bekanntesten und häufigsten Kopien der Emaille-Feuerversicherungsschilder. Sollten weitere hinzukommen werden wir selbstverständlich darüber berichten. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir aber nicht.

In der Abteilung Blechschilder gibt es auch einige interessante Kopien und Neuproduktionen, diese werden sicherlich später einmal vorgestellt werden.

Wie man sieht:
Die Feuerversicherungs-Schildersammler im Verein haben es relativ leicht. Man spricht miteinander, man tauscht die neuesten Informationen aus, man trifft sich, man telefoniert und so weiter. Und das ist gut so.

Wir hoffen, dass mit unserer kleinen Berichtsreihe viele Leute auf den Geschmack kommen:
1. Schilder zu sammeln
2. Feuerversicherungsschilder speziell
und
3. Mitglied in unserem Verein zu werden !

Diese Reihe wird fortgesetzt.
Redaktion: Lothar Brandenburg
Weblayout: Bodo Schümann
Copyright by LB © 2004

Bericht 1
Bericht 3